Josquin - Werke - Messen - La sol fa re mi - Titel

Der Titel der Messe basiert auf dem immer wiederkehrenden, ostinaten Solmisationsmotto la sol fa re mi ('Thema'), das sich als roter Faden variationsreich durch alle Sätze zieht und die einzelnen Abschnitte miteinander verknüpft. Meist ist diese Wendung im Tenor zu finden, was als Reminiszens an die klassische Form der cantus-firmus Messe zu verstehen ist.


Phillips sagt: Es ist als erstaunliche Meisterleistung der Erfindungskraft zu werten, eine ganze Messe zu komponieren, die sich strikt an ein Motiv von fünf Noten als Grundlage hält. (Phillips 1993, S. 13) Josquin hatte sich in dieser Ostinatotechnik schon bei der Missa Faisant regretz versucht, hier erklang das Solmisationsmotto fa re mi re jedoch von jeder Tonleiterstufe aus. Das Thema la sol fa re mi erklingt nur innerhalb der 3 hexachorde (durum, naturale und molle), so dass die Solmisationssilben immer erhalten bleiben.
Osthoff bezeichnet diese Messe als ein Variationswerk und als solches wohl das bedeutendste der ganzen Epoche. Diese mühelose, immer neue Überraschungen hervorzaubernde Operieren mit einem anekdotisch umwitterten Zufallsthema meinte wohl Glarean, wenn er sagte, dass Josquin in dieser "missa elegans" den Spötter spiele. (Osthoff 1962, S. 169)

 

Die Entstehungs-Anekdote nach Glarean

© 2001 by Guido Heidloff